körperdasein

Inklusive Körper- und Bewusstseinsarbeit

Ohne Kraftanwendung und mit Beteiligung des ganzen Körpers berühren

Das Bewegen und Berühren des anderen Körpers ist nun Kommunikationsmittel. Eine Mobilisierung mit Krafteinsatz, der über die Bewegungsmöglichkeiten des anderen hinaus geht, wie z.B. passive Bewegung, die eine verstärkte eigene körperliche Anstrengung erfordert, kommuniziert eine Intention, den Körper des anderen verändern oder gar „verbessern“ zu wollen und geht meistens mit einer körperlichen Grenzüberschreitung einher. Ich vermittle dadurch meinem Gegenüber, dass ich mit seinem körperlichen Zustand nicht einverstanden bin und nehme ihm die Möglichkeit zur positiven Eigenaktivität. Als einzige Eigenaktivität provoziere ich Widerstand mit der Folge von verstärkter muskulärer Anspannung. „Ohne Kraftanwendung/Anstrengung“ zu arbeiten, ist essentiell für die Beziehungsbildung und für die Möglichkeit des Gegenübers, in der Kommunikation eine aktive Rolle einzunehmen. Bewegung und Mobilisierung ist körpertechnisch durch den Einsatz des eigenen Gewichts und die Nutzung der Schwerkraft (wie Lehnen, Schwung und Hebelwirkung) möglich, und schont meinen eigenen Körper. (Eigene Unbequemlichkeit und Muskelanspannung überträgt sich ja wiederum auf den anderen Körper und wird „mitkommuniziert“) Auch für das „Lernen über den Körper“ ist der ganzheitliche Einsatz meines Körpers wichtig: Der Körper meines Gegenübers „erlebt“ integrierte Bewegung und lernt aus dieser Begegnung, den eigenen Körper als „Einheit“ wahrzunehmen.

In der Pflegehaltung Emmi Piklers wird durch diese Prinzipien bewusst auf Eigeninitiative des Gegenübers gewartet. Alltägliche Pflegehandlungen werden so zur Beziehungsplattform, es werden so oft wie möglich Angebote/Impulse zur aktiven Beteiligung gestellt, in denen sich das Gegenüber als interagierend erleben kann.

Weitere Prinzipien